Produkte & Modelle
Google stellt Gemini 4 Carbon vor, sein bisher stärkstes Modell mit Fokus auf Cybersicherheit
📅 2026-10-28 | 🔗 Quelle: deepmind.google
Google DeepMind hat mit Gemini 4 Carbon das nächste Spitzenmodell angekündigt. Laut Ankündigung belegt es mit 59 Punkten Platz 1 im kürzlich aktualisierten Artificial Analysis Intelligence Index v5.0. Bei Cybersicherheits-Benchmarks liegt es nach Angaben des Unternehmens mit deutlichem Vorsprung vorn: 88,2 Prozent bei SEC-bench Pro (Auffinden von Schwachstellen), 54,8 Prozent bei ExploitGym (Ausnutzung) und 71,0 Prozent bei CWE-bench (Patchen). Auf WebDev Arena legt es um 89 Elo-Punkte zu und erreicht mit 1768 Punkten Platz 4. Der Zugang startet zunächst für ausgewählte Cyberabwehr-Teams und wird über das Fairwind-Programm schrittweise erweitert; Entwickler, Unternehmen und Verbraucher sollen folgen, sobald die Schutzmechanismen weiter verfeinert sind. Der Einführungspreis entspricht dem von Gemini 4 Argon: 2 US-Dollar pro Million Eingabe-Tokens und 10 US-Dollar pro Million Ausgabe-Tokens, gecachte Eingaben kosten 95 Prozent weniger. Laut Google läuft das Modell bei langwierigen Engineering-Aufgaben intern teils tagelang, um Sackgassen zu überwinden.
Mistral Large 4 erscheint mit offenen Gewichten und starken Cyber- und Coding-Werten
📅 2026-10-29 | 🔗 Quelle: huggingface.co
Mistral hat Mistral Large 4 („Le Chonk“) veröffentlicht, ein multimodales, mehrsprachiges Mixture-of-Experts-Modell mit offenen Gewichten, das Text und Bilder verarbeitet und Text erzeugt. Das Modell hat rund 1 Billion Parameter insgesamt, davon etwa 49 Milliarden aktiv, und ein Kontextfenster von 1 Million Tokens. Es ist in zwei offiziellen Varianten erhältlich und steht unter der Mistral Ecosystem Open-Weight License, einer vom MIT-Modell abgeleiteten Lizenz mit Einschränkungen für Model-as-a-Service-Angebote. Im Artificial Analysis Cyber Index erreicht es 82 Prozent, indem es eine reale Schwachstelle in Open-Source-Software reproduziert und behebt; laut Mistral verweigern viele geschlossene Spitzenmodelle diese Aufgabe nahezu vollständig. Beim Programmieren kommt es auf 61,7 Prozent bei DeepSWE v1.1, 59,4 Prozent bei SWE-Atlas-QnA und 28,3 Prozent bei Terminal-Bench; im Coding Agent Index liegt es mit 49,8 Prozent vor DeepSeek V4 Pro 0813 und Qwen3.8 Max. Laut Artificial Analysis ist es seit dem 29. Oktober 2026 das fünftbeste Modell mit offenen Gewichten im Intelligence Index.
OpenAI verdoppelt Nutzungslimits für die Tarife Pro 100 und Pro 500
📅 2026-10-29 | 🔗 Quelle: the-decoder.de
OpenAI hat die Nutzungslimits einiger kostenpflichtiger ChatGPT-Tarife verdoppelt. Betroffen sind die Work- und Codex-Kontingente der Stufen Pro 100 und Pro 500, die sich jeweils verdoppeln. Beim Pro-200-Tarif wurde das niedrigere Kontingent verdoppelt, und eine geplante Kürzung wurde nach Nutzerfeedback zurückgenommen. Der Plus-Tarif bleibt unverändert. Neue Abos enthalten die angepassten Kontingente bereits, bestehende Kunden erhalten sie automatisch. OpenAI weist darauf hin, dass doppeltes Kontingent nicht zwingend doppelt so viele erledigte Aufgaben bedeutet, weil der Verbrauch von Modell, Aufgabe und Einstellungen abhängt. Die erweiterten Limits für Dots, die neuen Always-on-KI-Agenten von OpenAI, bleiben vorerst bestehen; deren Nutzung wird getrennt vom regulären Kontingent gezählt. OpenAI kündigt außerdem laufend effizientere Modelle an; zuletzt hatte das Unternehmen mit Terra und Sol aus der 6.1-Reihe Modelle mit ähnlicher oder sogar besserer Leistung als ihre Vorgänger vorgestellt.
Google öffnet Android Studio für externe KI-Agenten
📅 2026-10-28 | 🔗 Quelle: the-decoder.de
Auf dem Android Dev Summit hat Google seine Entwicklungsumgebung Android Studio für KI-Agenten geöffnet. Mit Android Studio Rabbit 2 kommt die Funktion „Bring Your Own Agent“, über die sich mehr als 40 Coding-Agenten über das offene Agent Client Protocol in die IDE einbinden lassen, darunter der Claude Agent von Anthropic, Codex von OpenAI und Google Antigravity. Neu ist außerdem das Leaderboard Android Bench 2.0, das Modelle an mehrtägigen Entwicklungsaufgaben nach Funktionalität, Zeitaufwand und Kosten misst. Die Funktion Change Review analysiert ausstehende Änderungen, erstellt Fehlerberichte und erklärt Anpassungen schrittweise. Das Kommandozeilenwerkzeug Android CLI ist jetzt als Agenten-Plugin für Claude Code, Codex und Google Antigravity verfügbar und kann Compose-Vorschauen im Terminal rendern. Laut Google-Tests erledigten Agenten UI-Aufgaben damit 77 Prozent schneller und mit bis zu dreimal weniger Tokens. Bei einem A/B-Test mit Claude Opus 5.5 fand und behob das Werkzeug Speicherlecks laut Google fast doppelt so schnell, bei rund 25 Prozent weniger Token-Verbrauch. Für lokale Berechnungen auf Smartphones erweitert Google das ML Kit um eine Agentic API in der Alpha-Version, die auf Gemini Nano 4 basiert.
Google öffnet Gemini und Suche für mehr Drittanbieter-Apps
📅 2026-10-28 | 🔗 Quelle: techcrunch.com
Google hat seine Connected Apps Platform als öffentliche Vorschau gestartet, über die Unternehmen ihre Apps mit den KI-Funktionen von Suche und Gemini verbinden können. Entwickler binden dafür einen cloud-gehosteten MCP-Server oder Android MCP über die AppFunctions-APIs an und registrieren, testen und reichen ihre App über die Google Connected Console ein. Sie legen fest, ob die App über die Suche, die Gemini-App oder beide angeboten wird, und können danach Zugriffe, Latenz und Fehlerraten verfolgen. Gemini hat bereits mehr als 50 verbundene Apps, unter anderem von Adobe, Experian, Localiza und Peloton; sie sollen in den nächsten Wochen auch in die Suche kommen. Dort gibt es bisher weniger Integrationen, darunter Instacart, Canva, YouTube Music und Yahoo Fantasy Football. Die Meditations-App Calm wird ebenfalls Partner und soll bald in Gemini und Suche starten. Die Plattform ist derzeit nur für US-Entwickler auf einer Warteliste verfügbar; wann sie breiter startet, hat Google nicht genannt.
NVIDIA veröffentlicht Nemotron 3.5 Transcribe als offenes, per Prompt steuerbares Transkriptionsmodell
📅 2026-10-28 | 🔗 Quelle: huggingface.co
NVIDIA hat das offene Spracherkennungsmodell Nemotron 3.5 Transcribe veröffentlicht, das sich per Prompt steuern lässt; zusammen mit den mehrsprachigen Trainingsdaten Granary v2 ist es auf Hugging Face und ModelScope verfügbar. Das Modell transkribiert 40 Sprachen, übersetzt 31 davon von oder ins Englische und erkennt Sprecher in 13 Sprachen, bei Aufnahmen bis zu einer Stunde und bis zu acht Sprechern. Im Hugging Face Open ASR Leaderboard liegt es für Englisch unter den offenen Modellen vorn, mit einer durchschnittlichen Wortfehlerrate von 5,33 Prozent. Laut Artificial Analysis teilt es sich mit einem anderen offenen Modell den ersten Platz bei 2,8 Prozent AA-WER; das andere hat rund 24 Milliarden aktive Parameter, Transcribe rund 4 Milliarden von insgesamt 30 Milliarden. Bei der Sprecherzuordnung erzielt es laut NVIDIA die niedrigste Fehlerrate auf dem 21-Sprachen-Diarisierungs-Leaderboard von David AI. In einer Medizin-Fallstudie senkte Feintuning die Wortfehlerrate bei unbekannten Sprechern um 45,8 Prozent gegenüber dem besten Prompt. Das Unternehmen Agora nutzt das Modell in einer Demo, bei der Vorlesungsaufnahmen mit Zeitstempeln als Transkript neben dem Replay erscheinen. Laut NVIDIA arbeitet das Modell mit rund 4,3 Milliarden aktiven Parametern, 80 Prozent weniger als das bisherige Spitzenmodell mit offenen Gewichten. Entwickler können Fachbegriffe und Formatvorgaben mitgeben, was etwa in Medizin, Finanzdienstleistungen und Kundenservice helfen soll. Quantisierte Fassungen für lokale Hardware wie RTX-Spark- und DGX-Spark-Systeme sollen folgen.
Google DeepMind stellt das Weltmodell Genie 4 mit nativem Audio vor
📅 2026-10-28 | 🔗 Quelle: marktechpost.com
Google DeepMind hat Genie 4 als Research Preview für ausgewählte Tester veröffentlicht. Das Modell erzeugt aus Text- und Bildvorgaben begehbare Welten in Echtzeit und liefert den Klang gleich mit: Umgebungsgeräusche, Musik und Dialoge der Figuren. Laut Artikel ist Genie 4 kein Videoclip-Generator, sondern simuliert eine Szene Bild für Bild und reagiert auf Eingaben, sobald sie eintreffen. Nutzer steuern die Figur per Tastatur und lenken Ereignisse mit einfachen Sprachbefehlen. Neu ist vor allem die Architektur: Ein Gemini-Modell läuft als Planer innerhalb der Simulationsschleife und hält die Welt kohärent. Der Vorgänger Genie 3 war im August 2025 mit 720p und 24 Bildern pro Sekunde vorgestellt worden. DeepMind kündigt an, das Modell bald Abonnenten von Google AI Ultra im Projekt Genie zugänglich zu machen, danach folgen Early-Access-Partner der Gemini API und von Google AI Studio. Alle erzeugten Videos und Audios tragen SynthID-Wasserzeichen. Laut DeepMind ist es das realistischste und interaktivste Weltmodell bisher und soll realistische Aerodynamik, Kollisionen und menschliche Bewegungen abbilden; als Einsatz nennt das Unternehmen sichere virtuelle Umgebungen zum Testen von Agenten und Robotern. Der Zugang über die Gemini API wäre die erste API-Verfügbarkeit von Genie.
OpenAI bietet ChatGPT-Abonnenten API-Guthaben, wie Anthropic es bereits tut
📅 2026-10-29 | 🔗 Quelle: simonwillison.net
Wer ein ChatGPT-Abo mit 100, 200 oder 500 Dollar im Monat hat, erhält nun ein API-Guthaben in gleicher Höhe, das sich einer der eigenen API-Organisationen zuweisen lässt. Anthropic hatte Anfang Oktober fast dasselbe für seine Max- und Team-Abos angekündigt. Die Guthaben sind befristet, bei beiden Anbietern. Simon Willison, der bei beiden Firmen ein Abo hat, schreibt, er könne damit nun öffentlich zugängliche Demos bauen, ohne zusätzliche Kosten für die API.
Unternehmen & Forschung
Anthropic macht seine IPO-Unterlagen öffentlich
📅 2026-10-29 | 🔗 Quelle: Understanding AI (Newsletter, Gmail-Label Uptopia)
Anthropic hat seine Unterlagen für einen Börsengang öffentlich gemacht. Im Juni hatte das Unternehmen einen vertraulichen Entwurf des S-1-Formulars bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht; am Montag, dem 26.10.2026, folgte die öffentliche Fassung. Laut Understanding AI, dessen Autor nach eigener Angabe alle 421 Seiten gelesen hat, ist die finanzielle Lage des Unternehmens stark: Der Umsatz ist zwischen 2025 und Anfang 2026 stark gestiegen, im zweiten Quartal 2026 wurde erstmals ein operativer Gewinn ausgewiesen. Ende Juni hatte Anthropic mehr Barreserven als alle Nicht-Banken außer Google und Berkshire Hathaway. Der Umsatz wird im Newsletter mit 4,7 Milliarden Dollar im ersten Quartal und 11,6 Milliarden Dollar im zweiten Quartal 2026 angegeben. Für das dritte Quartal nennt der Newsletter 16,8 Milliarden Dollar, verweist dabei aber auf Medienberichte; daraus ergibt sich ein deutlich langsameres Wachstum als zuvor. Anthropic hat laut Newsletter Rechenkapazitäten im Umfang von mehreren hundert Milliarden Dollar bei Amazon, Google, SpaceXAI, Broadcom und anderen zugesagt, die nur mit entsprechend stark wachsendem Umsatz zu finanzieren sind. Laut weiteren Berichten soll das Papier das Kürzel ANT an der Nasdaq tragen; Preisspanne und Aktienzahl waren in der Erstfassung noch offen, Börsengang-Marketing wird für die Woche ab dem 9. November erwartet. Diese Zusatzangaben stammen aus Medienberichten, nicht aus dem Dokument selbst.
Anthropic weitet sein AI-for-Science-Programm auf Stiftungen und Forschungseinrichtungen aus
📅 2026-10-28 | 🔗 Quelle: anthropic.com
Anthropic stellt 20 wissenschaftliche Stiftungen, Institute und Forschungsgruppen aus aller Welt vor, mit denen das Programm AI for Science erweitert wird. Über das Programm erhalten Forschende kostenlose Claude-Credits für wissenschaftlich bedeutsame Projekte. Es war im Mai 2025 gestartet worden; seitdem wurden nach Angaben des Unternehmens Hunderte Projekte aus Biologie, Medizin, Physik, Chemie, Klimaforschung und Mathematik unterstützt. Mit dem Janelia Research Campus des HHMI wurde die Model Hardware Standard (MHS) entwickelt, eine gemeinsame Spezifikation, mit der KI-Agenten Laborgeräte sicher bedienen können; sie ist derzeit in einer Research Preview. Das Allen Institute baut laut Anthropic Teams aus KI-Agenten, die große Datensätze auswerten und Monate manueller Analyse auf Stunden verkürzen sollen. Die Kooperationen befinden sich laut Anthropic noch in einem frühen Stadium.
OpenAI stellt auf dem DevDay in Berlin breitere Verfügbarkeit von Dots in Europa in Aussicht
📅 2026-10-28 | 🔗 Quelle: the-decoder.de
Auf dem Berliner DevDay Exchange 2026 wiederholte OpenAI vor allem bereits bekannte Ankündigungen aus San Francisco. Developer-Experience-Leiter Romain Huet stellte in Aussicht, dass der KI-Assistent Dots nach Gesprächen mit Regulierungsbehörden „in wenigen Wochen“ breiter in Europa verfügbar sein soll. Bislang sind persönliche Pro-Konten im EWR, in der Schweiz und in Großbritannien ausgeschlossen, bestimmte Unternehmenskonten haben bereits Zugang. Für Deutschland meldete OpenAI eine Verzwanzigfachung der wöchentlich aktiven Codex-Nutzer seit Januar 2026; absolute Zahlen nannte das Unternehmen nicht. Knapp jeder fünfte Desktop-Nutzer ruft demnach Skills für Dokumente, Präsentationen oder Tabellen auf. Das Management erklärte, Sora sei im März wegen des hohen Ressourcenverbrauchs eingestellt worden, eine Rückkehr schließe man aber nicht aus. Mit der Agents API übernimmt OpenAI den Betrieb der Agenten-Infrastruktur, Plugins und Web-Apps sollen Entwicklern den Vertrieb an die nach eigenen Angaben 1,2 Milliarden wöchentlichen ChatGPT-Nutzer eröffnen; die Laufzeitumgebung Codex Harness bleibt quelloffen.
Microsoft verbucht im Quartal rund 10 Milliarden Dollar Umsatz aus Geschäften mit OpenAI
📅 2026-10-28 | 🔗 Quelle: techcrunch.com
Microsoft hat im Quartal bis 30. September 2026 nach eigener Angabe rund 10 Milliarden US-Dollar Umsatz aus kommerziellen Vereinbarungen mit OpenAI erzielt, darunter Umsatzbeteiligungen. Das sind knapp 11 Prozent des Quartalsumsatzes von 92,3 Milliarden Dollar. Im gesamten Geschäftsjahr 2026 kamen 24,1 Milliarden Dollar von OpenAI; hochgerechnet auf das aktuelle Quartalstempo wären es rund 40 Milliarden Dollar im Jahr. Die offenen Forderungen gegenüber OpenAI stiegen auf 7,2 Milliarden Dollar, nach 6 Milliarden Ende Juni. Wie sich die Einnahmen auf Umsatzbeteiligungen und Azure-Cloud-Dienste verteilen, ist nicht bekannt. Laut Medienberichten teilt OpenAI 20 Prozent seines Umsatzes mit Microsoft, was beide Unternehmen nicht bestätigt haben. Eine Vereinbarung vom April 2026 verpflichtet OpenAI, bis 2030 Umsatz mit Microsoft zu teilen, begrenzt durch eine Obergrenze. Microsofts Anteil an OpenAI sank im September auf 24 Prozent, nach etwa 25 Prozent im Juni.
Sicherheits-Start-up dringt über Drittanbieter-Software in interne Systeme von Anthropic ein
📅 2026-10-28 | 🔗 Quelle: the-decoder.de
Das Sicherheits-Start-up Cathedral ist im Rahmen von Anthropics Bug-Bounty-Programm mit KI-Agenten über fremde Business-Software in interne Systeme des KI-Labors eingedrungen. Das Start-up meldete den Zugriff in einem Berichtsentwurf, den die Washington Post einsehen konnte. Laut Bericht fanden die Forscher mithilfe von KI-Agenten in unter zwölf Stunden Zugangswege zu Meeting-Transkripten, Gehaltsdaten, Jobangeboten und Slack-Nachrichten. Anthropic bestätigt den Zugriff auf eine begrenzte Auswahl an Vertriebs-, Personal- und IT-Systemen, darunter Kontaktdaten einzelner Kunden und Partner sowie Basisdaten von Nutzerkonten. Chats, Quellcode und Modellgewichte seien laut Unternehmen nicht zugänglich gewesen. Anthropic schloss die Zugänge nach eigenen Angaben am Tag der Entdeckung, schaltete die Drittanbieter-Programme ab und informierte US-Bundesbehörden. Die Darstellungen über die Dauer gehen auseinander: Cathedral spricht von unter zwölf Stunden, Anthropic von mehreren Tagen. Anthropic wirft dem Start-up vor, eine von zwei ausgenutzten Schwachstellen nicht gemeldet und die Regeln des Programms verletzt zu haben; Cathedral sagt, es habe sich an übliche Standards der Sicherheitsforschung gehalten.
Rechteinhaber von 274 Elvis-Presley-Songs verklagen Anthropic
📅 2026-10-28 | 🔗 Quelle: the-decoder.de
Die Rechteinhaber von 274 Elvis-Presley-Songs haben Anthropic vor einem Bundesgericht in Nordkalifornien verklagt, berichtet die New York Times. Zu den Klägern zählen die Authentic Brands Group, Musikverlage, Trusts und mindestens eine Einzelperson. Sie verlangen rund 41 Millionen Dollar Schadensersatz, knapp 150.000 Dollar pro Song. Neben der Nutzung der Songs zum Training der KI werfen sie Anthropic vor, technische Schutzmaßnahmen umgangen und Urheberrechtsangaben entfernt oder verändert zu haben. Anthropic habe sein Geschäftsmodell auf Urheberrechtsverletzungen gebaut, heißt es in der Klageschrift. Das Unternehmen weist die Vorwürfe zurück und will sich wehren. In anderen Verfahren beruft sich Anthropic auf „Fair Use“, eine US-Regel, die bestimmte Nutzungen ohne Erlaubnis gestattet. Vergangene Woche hatte Reservoir geklagt, im Januar Universal Music mit einer Forderung von drei Milliarden Dollar. Der KI-Musikanbieter Suno einigte sich dagegen mit Rechteinhabern wie Warner Music, BMG und Believe auf lizenzierte Trainingsdaten.
Google bringt Werbung in seine KI-Suche in alle Länder
📅 2026-10-28 | 🔗 Quelle: techcrunch.com
Google weitet Anzeigen in seinen KI-gestützten Suchfunktionen auf internationale Märkte aus. Das kündigte Chief Business Officer Philipp Schindler im Quartalsgespräch zu Alphabets drittem Quartal an, in dem der Konzern 127,6 Milliarden Dollar Umsatz meldete, 25 Prozent mehr als im Vorjahr. Das Wachstum der Suchwerbung verlangsamte sich dagegen weiter: Die Suche wuchs um 12 Prozent, nach 17 Prozent im zweiten und 19 Prozent im ersten Quartal. Laut Schindler liegt die Klickrate gesponserter Produkteinträge in AI Mode schon auf dem Niveau organischer Treffer, und Nutzerbefragungen zeigen, dass die Anzeigen als relevant empfunden werden. Zusätzlich kommen in den USA Multi-Turn-Anzeigen zu AI Mode. Die Alphabet-Aktie fiel nach den Zahlen um acht Prozent. Pichai sagte, die Suchanfragen wüchsen so schnell wie seit fünf Jahren nicht mehr. Anfragen in AI Mode sind laut ihm im Schnitt dreimal so lang wie klassische Suchen, und jede fünfte AI-Mode-Suche weltweit läuft per Sprache, Bild oder Dokument.
Politik & Regulierung
US-Justizministerium prüft Nvidias geplante Übernahme von Hugging Face
📅 2026-10-29 | 🔗 Quelle: the-decoder.de
Das US-Justizministerium prüft die geplante Übernahme der Open-Source-Plattform Hugging Face durch Nvidia. Laut zwei Insidern, auf die sich Reuters beruft, fragen die Beamten, ob Nvidia mit dem Kauf eine zentrale Schnittstelle für die Verbreitung von KI kontrollieren und Konkurrenten schaden könnte. Der Deal hat ein Volumen von 12,93 Milliarden US-Dollar; laut Nvidia soll er im ersten Halbjahr 2027 abgeschlossen werden. Hugging Face wolle die Zusammenarbeit mit verschiedenen Chip-, Cloud- und KI-Anbietern fortsetzen. Die Kartellwächter untersuchen laut den Insidern außerdem die Übernahmen von SchedMD und Run:ai, den Lizenzdeal mit Groq sowie die Frage, ob Nvidia Kunden größere Mengen an KI-Chips anbot, wenn sie zusätzlich Netzwerktechnik von Nvidia und Prozessoren von Groq kauften. Die Ermittlungen begannen unter Joe Biden und laufen unter Donald Trump weiter. Auch Frankreichs Wettbewerbsbehörde prüft nach Angaben des Artikels Nvidia wegen mutmaßlich wettbewerbswidriger Praktiken; sie sieht Risiken in der Abhängigkeit von der Software CUDA und in Nvidias Beteiligungen an Cloud-Anbietern wie CoreWeave.
Australien plant Verbot von KI-Chatbots, die „emotionale Intimität“ erzeugen
📅 2026-10-28 | 🔗 Quelle: The Guardian
Die australische Regierung will KI-Chatbots verbieten, die „emotionale Intimität“ herstellen. Premierminister Anthony Albanese hatte in einer emotionalen Rede beklagt, dass Kinder Chatbots als „besten Freund“ betrachten. Das Digital-Duty-of-Care-Gesetz hat das Repräsentantenhaus passiert und wird nun im Senat beraten; die Regierung will es bis Ende 2026 verabschieden, der Weg durch die Kammer ist aber unklar. Die Grünen unterstützen den Entwurf, die Koalition hat angekündigt, nicht zuzustimmen. Ein Zusatzantrag der Abgeordneten Kate Chaney, den die Regierung übernommen hat, verpflichtet Plattformen, Inhalte oder Verhalten zu unterbinden, die emotionale Intimität simulieren und die Abhängigkeit eines Kindes von einem Chatbot statt von Menschen fördern. Der Entwurf sieht außerdem eine Opt-out-Funktion für Algorithmen auf Social-Media-Plattformen vor, die laut einem weiteren Änderungsantrag leicht zugänglich sein muss. Die Grünen haben im Senat eine Untersuchung eingeleitet, deren Bericht für Ende November erwartet wird. Die Telekommunikations-Ombudsstelle, vertreten durch Cynthia Gebert, hält eine externe Beschwerdestelle für Nutzer großer Plattformen für nötig, während die Opposition der Regierung Zensur vorwirft.
Tools & Anwendungen
Anthropic bietet Unternehmen Berichte, die den Nutzen ihrer KI-Ausgaben zeigen sollen
📅 2026-10-28 | 🔗 Quelle: techcrunch.com
Anthropic hat ein neues Paket von Berichtswerkzeugen vorgestellt, mit dem Firmenkunden sehen sollen, was ihre Ausgaben für Tokens bringen. Manager können über einen Zeitraum einsehen, was ein Team produziert hat, was es gekostet hat und wo Arbeitsabläufe stockten; die Grundlage bilden interne Analysen und Mitarbeiterbefragungen. Die Berichte geben außerdem Empfehlungen zur Verbesserung. Anthropic sagt, diese Daten würden standardmäßig nicht für das Training von Modellen genutzt. Zusätzlich führt das Unternehmen gemeinsame Gruppenbudgets ein, mit denen Teams ihre Token-Ausgaben besser steuern können. Laut Finanzzahlen, die Anthropic in dieser Woche Investoren vorlegte, erzielte das Unternehmen im zweiten Quartal einen operativen Gewinn; die Ausgaben derselben Kunden seien im dritten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahr auf das Neunfache gestiegen. Die Firma Jellyfish berichtet nach einer Auswertung von 276.000 Kunden, dass Claude Code und andere Werkzeuge auf Anthropic-Modellen fast ein Drittel aller vorgeschlagenen Code-Änderungen ausmachen; die Ausgaben dafür seien seit Jahresbeginn um das Zehnfache gestiegen.
Anthropic ergänzt Claude for Legal um vorgefertigte Vorlagen für Kanzleien
📅 2026-10-28 | 🔗 Quelle: the-decoder.de
Anthropic erweitert Claude Enterprise für Juristen um vorgefertigte Vorlagen, sogenannte Artifacts, die Rechtsteams seit dem Start im Mai gewünscht hatten. Die interaktiven Übersichten und Tabellen sollen Routineaufgaben vereinfachen, etwa das Prüfen von Zitaten, länderübergreifende Rechtsvergleiche, Aktenverwaltung, das Verfolgen geplanter Gesetze und den Abgleich von Verträgen mit internen Vorgaben. Die KI übernimmt den ersten Prüfschritt und verlinkt für jede Aussage die Originalquelle, bevor ein Jurist die Ergebnisse kontrolliert. Über mehr als 60 Schnittstellen im Rechtsverzeichnis, unter anderem zu Bloomberg Law, lassen sich eigene Datenbanken ohne manuellen Upload anbinden. Kanzleien und Anbieter wie Goodwin, Harvey, Foley & Lardner und PwC stellen eigene Werkzeuge bereit. Beim Teilen mit Mandanten sollen spezielle Einstellungen den Datenschutz sichern und Informationsbarrieren zwischen Teams ermöglichen.
Gemini erlaubt das Bearbeiten erzeugter Dokumente direkt im Chat
📅 2026-10-29 | 🔗 Quelle: theverge.com
Google hat in Gemini eine Dateibearbeitung eingeführt, die laut The Verge ab sofort allen Nutzern offensteht. Erzeugen, Vorschau und Bearbeiten gelten für PDFs, Google Docs, Google Sheets, Foliensätze, Markdown-, TXT-Dateien und Code. PDF-Vorschau und -Bearbeitung funktionieren im Web und in der mobilen App, alle anderen Formate bislang nur im Web. Dokumente lassen sich auf Vollbild erweitern, markierte Textstellen können Anfragen an Gemini auslösen, etwa eine markierte Tabelle in ein Diagramm verwandeln. Das Erzeugen und Herunterladen von Dateien gab es bei Gemini schon früher in diesem Jahr. Anthropic hat früher in diesem Jahr ebenfalls das Erstellen und Bearbeiten von Dokumenten und Präsentationen in Claude-Chats eingeführt.