2026-09-11Rubrik Gesundheit & Diabetes

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Diabetes-News

Kombi-Präparat IcoSema übertrifft Glargin U100 bei Typ-2-Diabetes

📅 2026-09-10 | 🔗 Quelle: HCPLive

In der Phase-3b-Studie COMBINE 4 hat Novo Nordisk die wöchentliche Fixkombination aus Basalinsulin Icodec und dem GLP-1-Wirkstoff Semaglutid (IcoSema) mit dem täglich zu spritzenden Insulin Glargin U100 verglichen. Untersucht wurden 243 beziehungsweise 242 Teilnehmer mit Typ-2-Diabetes, die bislang weder Insulin noch GLP-1-Präparate erhalten hatten, aber bereits orale Antidiabetika einnahmen – über 40 Wochen in einem randomisierten, offenen Treat-to-Target-Design. IcoSema senkte den HbA1c-Wert stärker und führte zu einem größeren Gewichtsverlust als Glargin U100, konkrete Prozent- oder Absolutwerte dazu wurden in den verfügbaren Quellen allerdings nicht genannt. Klinisch signifikante oder schwere Unterzuckerungen traten unter der Kombination seltener auf als unter der täglichen Insulintherapie. Unter dem Namen Kyinsu ist IcoSema bereits in der EU, in China, Japan und Südkorea zugelassen; einen Zulassungsantrag in den USA hat Novo Nordisk bislang nicht eingereicht.

Dänische Pflegeheime: Diabetes-Medikation oft nicht an Alter angepasst

Dänische Pflegeheime: Diabetes-Medikation oft nicht an Alter angepasst

📅 2026-09-10 | 🔗 Quelle: Medscape

Eine landesweite dänische Kohortenstudie hat die Diabetes-Medikation von 88.658 Pflegeheimbewohnern untersucht, die zwischen 2018 und 2023 in ein Heim aufgenommen wurden – medianes Alter 84 Jahre, 60 Prozent Frauen. Rund 13 Prozent der Bewohner mit Typ-2-Diabetes nahmen bei der Heimaufnahme blutzuckersenkende Medikamente ein, ihr medianer HbA1c-Wert lag bei 6,9 Prozent (52 mmol/mol) und veränderte sich vor und nach der Aufnahme kaum – ein Hinweis auf ausbleibende Therapieanpassung. 84 Prozent der Bewohner behielten ihre Medikation über mehr als zwei Jahre unverändert bei. Am häufigsten verordnet wurden Metformin (70 Prozent), Insulin (36 Prozent) und DPP-4-Hemmer (19 Prozent), fast die Hälfte erhielt mehrere Wirkstoffklassen gleichzeitig. Die Studienautoren werten die Ergebnisse als Hinweis auf eine mögliche Übertherapie bei einer vulnerablen, hochaltrigen Patientengruppe, bei der niedrige HbA1c-Zielwerte das Risiko für Unterzuckerungen erhöhen können, ohne einen klaren Nutzen zu bieten.

Wechseljahresbeschwerden bei Frauen mit Typ-2-Diabetes stärker ausgeprägt

Wechseljahresbeschwerden bei Frauen mit Typ-2-Diabetes stärker ausgeprägt

📅 2026-09-10 | 🔗 Quelle: Medscape

Eine koreanische Querschnittsstudie hat Wechseljahresbeschwerden bei 296 Frauen im Alter von 40 bis 64 Jahren verglichen, darunter 220 mit Typ-2-Diabetes oder Prädiabetes und 76 mit normalem Blutzucker. Sowohl Anzahl als auch Schweregrad der Menopause-Symptome fielen bei den Frauen mit Typ-2-Diabetes höher aus als in der Vergleichsgruppe, besonders deutlich in der postmenopausalen Phase. Körperliche Beschwerden wie Hitzewallungen und Gelenkschmerzen waren bei Diabetes beziehungsweise Prädiabetes ausgeprägter, während sich psychische Symptome wie Reizbarkeit zwischen den Gruppen kaum unterschieden. Der Zusammenhang zwischen Typ-2-Diabetes und stärkeren Wechseljahresbeschwerden blieb auch nach Bereinigung um weitere gesundheitliche und demografische Faktoren bestehen. Die Autoren empfehlen, die Erfassung und Behandlung von Wechseljahresbeschwerden fester in die Diabetesversorgung zu integrieren.

Medizin & Forschung allgemein

Erste europaweite Studie: Klimawandel erhöht Gesundheitsrisiken in Städten deutlich

Erste europaweite Studie: Klimawandel erhöht Gesundheitsrisiken in Städten deutlich

📅 2026-09-10 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Die erste europaweite Untersuchung zu Klimawandel und Gesundheit hat mehr als 850 Städte analysiert und ist in der Fachzeitschrift The Lancet Public Health erschienen. Der Bericht identifiziert vier Hauptbedrohungen – Hitzebelastung, Infektionskrankheiten, Pollenbelastung und Waldbrände –, von denen Kinder, ältere Menschen, im Freien Beschäftigte und einkommensschwache Gruppen besonders betroffen sind. Die hitzebedingte Sterblichkeit stieg in 98,7 Prozent der untersuchten Städte: Im Vergleich der Zeiträume 2015 bis 2024 und 1991 bis 2000 kamen europaweit im Schnitt 82 zusätzliche hitzebedingte Todesfälle je eine Million Einwohner hinzu, in Südeuropa waren es 132, in Westeuropa 64. In Berlin nahm die Birkenpollenintensität um 66 Prozent zu, in Deutschland stieg das Ansteckungsrisiko durch Vibrionen um rund 60 Prozent, in Osteuropa das Dengue-Fieber-Risiko um 369,3 Prozent. Nur 14 Prozent der untersuchten Städte erreichen die empfohlene Baumkronenbedeckung von 30 Prozent, die vor Hitze schützen würde – die Anpassung vieler Kommunen komme den Studienautoren zufolge insgesamt nicht schnell genug voran.

GSK will nach 115 Jahren Impfstoffwerk in Dresden schließen

GSK will nach 115 Jahren Impfstoffwerk in Dresden schließen

📅 2026-09-10 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Der Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) will seinen Impfstoffstandort in Dresden – das 1911 gegründete Sächsische Serumwerk – bis zum Sommer 2028 schließen und damit eine 115-jährige Tradition der Impfstoffproduktion in der Stadt beenden. Rund 650 Mitarbeiter sind betroffen. Das Werk produzierte zuletzt zwei Millionen Impfdosen pro Woche gegen Grippe und Hepatitis; GSK begründet die Schließung mit weltweit rückläufiger Nachfrage und bestehenden Überkapazitäten. Die Grippeimpfstoffproduktion soll künftig am kanadischen Standort Ste-Foy gebündelt werden. Die Gewerkschaft IGBCE kündigte Widerstand an, Betriebsratsvorsitzender Peter Mißbach erklärte, man werde „geschlossen, laut und entschlossen“ für die Arbeitsplätze kämpfen. Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter zeigte sich überrascht von der Entscheidung, der Europaabgeordnete Oliver Schenk forderte, alle politischen Ebenen sollten gemeinsam mit GSK nach einer Perspektive für den Standort suchen. Mit der geplanten Schließung wären in Sachsen binnen kurzer Zeit rechnerisch 4.250 Arbeitsplätze in der Pharmabranche verloren gegangen.

Welttag der Suizidprävention: Ärzteschaft fordert bessere Versorgung

Welttag der Suizidprävention: Ärzteschaft fordert bessere Versorgung

📅 2026-09-10 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Anlässlich des Welttags der Suizidprävention am 10. September haben Ärzteschaft, medizinische Verbände und Kirchen dazu aufgerufen, das Thema Suizid aus der gesellschaftlichen Tabuzone zu holen. Die Bundesärztekammer bezeichnete Suizidprävention als „Kernaufgabe aller Ärztinnen und Ärzte“, die bereits im Sprechzimmer beginne. In Deutschland sterben demnach jährlich mehr als 10.000 Menschen durch Suizid – mehr als durch Verkehrsunfälle, Gewalttaten und illegale Drogen zusammen. Gefordert werden unter anderem ein neuer Weiterbildungsinhalt zum Umgang mit Todes- und Suizidwünschen für alle Ärzte, eine gesetzliche Verankerung der Suizidprävention, eine Bundesfachstelle für Suizidprävention sowie eine bundesweit einheitliche Krisendienst-Rufnummer und der Ausbau der ambulanten psychotherapeutischen Versorgung. Kritisiert wurde zudem die aus Sicht der Verbände unzureichende geplante Finanzierung von jährlich 1,4 Millionen Euro für diese Maßnahmen.