2026-09-09Rubrik Gesundheit & Diabetes

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Diabetes-News

Kürzeres Essfenster nicht automatisch besser für den Stoffwechsel

Kürzeres Essfenster nicht automatisch besser für den Stoffwechsel

📅 2026-09-08 | 🔗 Quelle: News Medical

Eine im Fachjournal The Journal of Nutrition veröffentlichte Querschnittsstudie hat anhand von Daten rund 17.000 koreanischer Erwachsener aus der Korean National Health and Nutrition Examination Survey (2016-2021) untersucht, wie sich der Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme auf das metabolische Syndrom auswirkt. Per Clusteranalyse identifizierten die Forschenden anhand von 24-Stunden-Ernährungsprotokollen drei Essmuster: ein frühes Muster mit Kalorienaufnahme größtenteils vor 11 Uhr (36,2 Prozent der Teilnehmenden), ein Grazing-Muster mit dem längsten Essfenster und den meisten Mahlzeiten (32,7 Prozent) sowie ein spätes/kurzes Muster mit dem kürzesten Essfenster und den wenigsten Kalorien vor 11 Uhr (31,1 Prozent). Verglichen mit dem frühen Muster war das späte/kurze Muster mit einem erhöhten Risiko für metabolisches Syndrom sowie für erhöhten Blutdruck, erhöhte Triglyceride und erhöhten Nüchternblutzucker verbunden, während das Grazing-Muster zwar mit höherem Nüchternblutzucker, aber mit geringerem Risiko für Bauchfettleibigkeit einherging. Die Autorinnen und Autoren betonen, dass die Querschnittsstudie keine Kausalität belegen kann, ein einzelnes 24-Stunden-Protokoll übliche Essgewohnheiten nur eingeschränkt abbildet und auch unvollständige Angaben zum Schlafrhythmus die Ergebnisse beeinflusst haben könnten. Die Studie deutet damit an, dass die zeitliche Verteilung der Energiezufuhr über den Tag unabhängig von Ernährungsqualität und Gesamtkalorienzufuhr mit der Stoffwechselgesundheit zusammenhängt - ein verkürztes Essfenster allein, wie es beim intermittierenden Fasten oft angestrebt wird, ist demnach kein automatischer Vorteil für den Stoffwechsel.

Stevia: Süß wie Zucker, aber reagiert der Körper auch so?

Stevia: Süß wie Zucker, aber reagiert der Körper auch so?

📅 2026-09-08 | 🔗 Quelle: News Medical

In einer randomisierten, doppelblinden Crossover-Studie mit 68 Erwachsenen - unterteilt in normalgewichtige, übergewichtige und Teilnehmende mit Typ-2-Diabetes - wurde untersucht, ob der Süßstoff Stevia trotz seines minimalen Kaloriengehalts hormonelle Reaktionen wie Zucker auslöst. Die Probandinnen und Probanden erhielten an unterschiedlichen Terminen vier Getränke - reines Wasser, Glukose, Stevia allein oder Stevia kombiniert mit Glukose -, gefolgt von einer dreistündigen Beobachtungsphase mit wiederholten Blutentnahmen, bei denen unter anderem Glukose-, Insulin-, GIP-, GLP-1-, Glukagon- und PYY-Werte sowie Hunger-, Sättigungs- und Appetitgefühl gemessen wurden. Der alleinige Konsum von Stevia veränderte die gemessenen Hormonwerte in keiner der drei Gruppen wesentlich, und auch die Kombination mit Glukose unterschied sich kaum von reiner Glukosegabe; Energieaufnahme und Appetitbewertungen blieben weitgehend unverändert, lediglich beim Sättigungsgefühl übergewichtiger Teilnehmender zeigte sich ein grenzwertiger Unterschied. Die Studie erfasste allerdings nur unmittelbare, kurzfristige Effekte und wurde vom Stevia-Hersteller Cargill finanziert, was bei der Einordnung der Ergebnisse berücksichtigt werden sollte.

COVID-19-Infektion mit geringerem späteren Risiko für Typ-1-Diabetes verbunden

COVID-19-Infektion mit geringerem späteren Risiko für Typ-1-Diabetes verbunden

📅 2026-09-08 | 🔗 Quelle: News Medical

Ein Forschungsteam des North Zealand Hospital in Dänemark hat in einer registerbasierten Nested-Case-Control-Studie untersucht, ob eine SARS-CoV-2-Infektion das spätere Risiko für Typ-1-Diabetes bei unter 30-Jährigen beeinflusst. Verglichen wurden 2.115 zwischen 2020 und 2023 neu diagnostizierte Typ-1-Diabetes-Fälle mit 10.575 diabetesfreien Kontrollpersonen; die Corona-Exposition wurde im Zeitraum Januar 2020 bis Dezember 2021 erfasst, Personen mit vorherigem Diabetes, Autoimmunerkrankungen, Krebs oder immunmodulierender Therapie waren ausgeschlossen. Nach einer durchgemachten SARS-CoV-2-Infektion zeigte sich insgesamt ein um 16 Prozent reduziertes Typ-1-Diabetes-Risiko, mit dem stärksten Schutzeffekt 31 bis 180 Tage nach der Infektion (minus 42 Prozent). Bei ungeimpften Infizierten lag die Risikoreduktion bei 24 Prozent, bei Frauen zeigte sich mit 26 Prozent ein signifikanter Effekt, während er bei Männern statistisch nicht signifikant war; für einzelne Virusvarianten ließ sich kein eigenständiger, statistisch signifikanter Zusammenhang nachweisen. Als möglichen Mechanismus vermuten die Autorinnen und Autoren, dass bestimmte Virusinfektionen Autoimmunerkrankungen wie Typ-1-Diabetes durch die Aktivierung regulatorischer Immunmechanismen unterdrücken könnten, betonen aber, dass die Beobachtungsstudie keine Kausalität belegen kann und die bisherige Studienlage zu diesem Zusammenhang widersprüchlich ist.

GLP-1-Therapie mit deutlich weniger Asthma-Anfällen verbunden

GLP-1-Therapie mit deutlich weniger Asthma-Anfällen verbunden

📅 2026-09-07 | 🔗 Quelle: News Medical

Ein Forschungsteam des Imperial College London hat in vier parallelen Studien mit jeweils 20.000 bis 22.000 Patientinnen und Patienten anhand britischer elektronischer Patientenakten untersucht, wie sich GLP-1-Therapien bei Menschen mit Asthma oder COPD auswirken, die zugleich an Typ-2-Diabetes erkrankt sind. Verglichen wurden Personen, die GLP-1-Präparate wie Semaglutid erhielten, mit Personen, denen stattdessen Sulfonylharnstoffe - ein anderes Diabetesmedikament - verordnet wurden. Bei den mit Semaglutid behandelten Personen zeigte sich eine rund 40-prozentige Reduktion von Asthma-Anfällen gegenüber der Kontrollgruppe; bei COPD-Patientinnen und -Patienten sank die Zahl der Verschlechterungsschübe um 20 Prozent. Als mögliche Erklärung nennen die Forschenden die entzündungshemmenden Eigenschaften der GLP-1-Wirkstoffklasse, die bislang in klinischen Studien kaum im Hinblick auf Atemwegserkrankungen untersucht wurde. Studienleiterin Chloe Bloom betonte jedoch, die Ergebnisse sollten nicht allein über Behandlungsentscheidungen entscheiden, und Patientinnen und Patienten sollten GLP-1-Medikamente nicht eigenständig wegen Lungenproblemen außerhalb der zugelassenen Indikationen einnehmen - dedizierte klinische Studien seien nötig. Der Mediziner Alexander Mathioudakis bezeichnete die Untersuchung als eine der größten Real-World-Studien zu GLP-1-Präparaten und Atemwegserkrankungen und forderte, respiratorische Endpunkte künftig stärker in Studien zu metabolischen Therapien einzubeziehen. Die Ergebnisse liefern damit einen weiteren Hinweis darauf, dass die entzündungshemmende Wirkung von GLP-1-Medikamenten über die Diabetes- und Gewichtstherapie hinausreichen könnte, auch wenn eine offizielle Zulassungserweiterung für Atemwegserkrankungen bislang nicht absehbar ist.

Medizin & Forschung allgemein

Notfallreform: Anhörung im Bundestag zeigt gemischte Reaktionen der Akteure

Notfallreform: Anhörung im Bundestag zeigt gemischte Reaktionen der Akteure

📅 2026-09-08 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Im Gesundheitsausschuss des Bundestags findet am 9. September 2026 eine öffentliche Sachverständigenanhörung zur geplanten Reform der Notfallversorgung statt; der Gesetzentwurf könnte bereits in der folgenden Woche verabschiedet werden. Kernziele der Reform sind der Aufbau von rund 750 integrierten Notfallzentren (INZ) an Krankenhäusern, eine bessere Verzahnung von stationärer und ambulanter Versorgung, eine digitale Ersteinschätzung sowie die Verknüpfung der Rufnummern 116117 und 112, um Notaufnahmen und Rettungsdienste zu entlasten. Die Bundesärztekammer befürwortet die Reform grundsätzlich, fordert aber verbindlich zu nutzende Zugangs- und Behandlungswege sowie ein bundesweit standardisiertes System unter ärztlicher Kontrolle. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung kritisiert dagegen die Schaffung einer neuen Parallelstruktur und bezweifelt die Finanzierbarkeit durchgehender 24/7-Dienste, während die Deutsche Krankenhausgesellschaft zwar Chancen sieht, aber eine vollständige Refinanzierung aller Sach- und Personalkosten ohne zusätzlichen bürokratischen Aufwand verlangt. Der AOK-Bundesverband nennt die Reform überfällig, warnt jedoch vor Mehrausgaben statt der erhofften Milliardeneinsparungen und kritisiert konkurrierende Zusatzangebote während regulärer Praxiszeiten; der Verband der Innungskrankenkassen fordert bundesweite Strukturvorgaben durch den Gemeinsamen Bundesausschuss und eine bessere Abstimmung mit geplanten Primärversorgungs- und Apothekenreformen. Als zentrale Kritikpunkte bleiben unklare Finanzierung, ungelöste Personalfragen, ein Widerspruch zwischen Budgetkürzungen und teuren Neustrukturen sowie das Risiko eines regionalen Flickenteppichs an unterschiedlichen Umsetzungen in den Bundesländern.

Interessenkonflikte bei früherer europäischer Kardiologie-Leitlinie aufgedeckt

Interessenkonflikte bei früherer europäischer Kardiologie-Leitlinie aufgedeckt

📅 2026-09-08 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Eine Untersuchung wirft der Handhabung von Interessenkonflikten bei einer früheren Leitlinie der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) Fehlverhalten vor. Laut dem bereits 2003 formulierten internationalen Bewertungsinstrument AGREE I sollten Mitwirkende an medizinischen Leitlinien mit Interessenkonflikten keinen Einfluss auf die finalen Empfehlungen nehmen dürfen - dieser Anspruch wurde bei der betroffenen ESC-Leitlinie den Recherchen zufolge deutlich verfehlt. Die Kritik richtet sich gegen die Prozesse, mit denen kommerzielle Verflechtungen von Leitlinien-Autorinnen und -Autoren offengelegt und bei der Erstellung von Therapieempfehlungen berücksichtigt werden. Der Fall wird als Beispiel dafür angeführt, dass etablierte Qualitätsstandards für evidenzbasierte Leitlinien in der Praxis nicht durchgängig eingehalten werden, obwohl entsprechende Bewertungsinstrumente seit über zwei Jahrzehnten existieren.

Verbände fordern zum Tag der pflegenden Angehörigen mehr Unterstützung

Verbände fordern zum Tag der pflegenden Angehörigen mehr Unterstützung

📅 2026-09-08 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Zum bundesweiten Tag der pflegenden Angehörigen haben mehrere Verbände am 8. September 2026 mehr Unterstützung für Menschen gefordert, die Angehörige zu Hause pflegen. Hintergrund sind unter anderem politische Sparpläne: In der gesetzlichen Pflegeversicherung klafft nach Angaben der Verbände ein Milliardenloch, das bereits die frühere Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) noch während ihrer Amtszeit adressieren wollte. Die Verbände warnen, dass geplante Reformen zur Konsolidierung der Pflegeversicherung die ohnehin belastete Situation pflegender Angehöriger weiter verschärfen könnten, ohne dass gleichzeitig zusätzliche Entlastungsangebote geschaffen würden.

Hamburg-Altona erhält Klinikneubau mit mehr Intensivbetten

Hamburg-Altona erhält Klinikneubau mit mehr Intensivbetten

📅 2026-09-08 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Die Stadt Hamburg und der Klinikkonzern Asklepios haben sich nach jahrelangen Verhandlungen auf den Bau eines neuen Krankenhauses im Stadtteil Altona geeinigt. Der Neubau soll nach Angaben von Hamburgs Sozialsenatorin voraussichtlich 2034 oder 2035 in Betrieb gehen und das direkt benachbarte, in die Jahre gekommene Großklinikum AK Altona ersetzen. Geplant sind unter anderem mehr Intensivbetten als am bisherigen Standort, um die Versorgungskapazitäten im Hamburger Westen zu erweitern. Die Einigung markiert den Abschluss eines mehrjährigen Verhandlungsprozesses zwischen der Stadt und dem privaten Klinikbetreiber über die künftige Krankenhausstruktur in der Region.

JAK-Inhibitoren bei atopischer Dermatitis mit erhöhtem Akne-Risiko verbunden

JAK-Inhibitoren bei atopischer Dermatitis mit erhöhtem Akne-Risiko verbunden

📅 2026-09-08 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt

Eine im Fachjournal JAMA Dermatology veröffentlichte Studie einer Arbeitsgruppe des Brigham and Women's Hospital und der Harvard Medical School berichtet, dass der Beginn einer Therapie mit einem niedrig dosierten Januskinase-(JAK)-Inhibitor bei Erwachsenen mit atopischer Dermatitis mit einem höheren Akne-Risiko verbunden sein könnte als eine Behandlung mit einem Th2-Zytokin-Inhibitor. Die Forschenden werteten dafür Daten erwachsener Patientinnen und Patienten mit atopischer Dermatitis aus, die auf eine der beiden Wirkstoffklassen eingestellt worden waren. Die Studie legt nahe, dass das erhöhte Akne-Risiko als mögliche Nebenwirkung bei der Wahl zwischen JAK-Inhibitoren und alternativen immunologischen Therapien berücksichtigt werden sollte, insbesondere bei niedrig dosierten Behandlungsregimen.