Diabetes-News
Genbremse in Bauchspeicheldrüsenzellen ausgeschaltet – neuer Ansatz für Insulinproduktion
📅 2026-09-06 | 🔗 Quelle: Medical Xpress
Ein Team der Harvard Medical School hat in einem CRISPR-Screening von mehr als 19.000 Genen das Gen ALDH3B2 als molekulare Bremse identifiziert, die normalerweise verhindert, dass sich Gangzellen der Bauchspeicheldrüse in insulinproduzierende Beta-Zellen umwandeln. Unter normalen Bedingungen wandelt sich weniger als ein Prozent dieser Gangzellen spontan um; nach gezielter Ausschaltung von ALDH3B2 stieg die Umwandlungsrate auf rund 8,5 Prozent. Die neu entstandenen Zellen aktivierten typische Beta-Zell-Gene, schalteten die Gangzell-Identität ab und zeigten dauerhafte Veränderungen der DNA-Methylierung am Insulingen. In Mausversuchen hielt die dadurch erreichte verbesserte Blutzuckerkontrolle über sechs Wochen an. Die Studie erschien am 6. September 2026 in der Fachzeitschrift Science Translational Medicine. Als mögliche Perspektive nennen die Autoren gezielte ALDH3B2-Hemmstoffe, die langfristig zu einem Wirkstoff führen könnten, der Patientinnen und Patienten hilft, körpereigene insulinproduzierende Zellen zu regenerieren – vor dem Hintergrund, dass die weltweite Zahl der Diabetes-Betroffenen von rund 200 Millionen im Jahr 1990 auf etwa 830 Millionen im Jahr 2022 gestiegen ist. Ausdrücklich handelt es sich bislang um Grundlagenforschung im Tiermodell; eine Anwendung beim Menschen wurde bisher nicht erprobt.
Zuckerersatzstoff Sorbit steht im Verdacht, Leberschäden zu begünstigen
📅 2026-09-06 | 🔗 Quelle: ScienceDaily
Ein Forschungsteam um Gary J. Patti von der Washington University in St. Louis hat in Versuchen mit Zebrafischen einen möglichen Mechanismus beschrieben, über den der verbreitete Zuckeralkohol Sorbit Leberschäden begünstigen könnte. Sorbit steckt unter anderem in vielen als zuckerfrei beworbenen und gezielt an Menschen mit Diabetes vermarkteten Produkten wie zuckerfreien Süßigkeiten und Kaugummi, weil er den Blutzucker weniger stark beeinflusst als Haushaltszucker. Bereits unter normalen Bedingungen entsteht im Darm nach Mahlzeiten aus Glukose Sorbit, das üblicherweise von Darmbakterien abgebaut wird. Fehlten in den Versuchen diese Darmbakterien, gelangte das Sorbit ungehindert in die Leber, wurde dort in eine fruktoseähnliche Verbindung umgewandelt und aktivierte das Enzym Glukokinase – wodurch der Stoffwechselfluss sowie Leberglykogen- und Fettgehalt anstiegen und sich eine Fettlebererkrankung entwickelte. Wurde die Sorbit-Produktion bei Tieren mit reduziertem Mikrobiom gezielt gehemmt, blieb die Fettleber-Entwicklung aus. Weltweit sind schätzungsweise rund 30 Prozent der Erwachsenen von einer Fettlebererkrankung betroffen. Die zugrundeliegende Studie erschien in der Fachzeitschrift Science Signaling, ScienceDaily berichtete am 6. September 2026 darüber. Die Autoren betonen, dass es sich um einen im Tiermodell beschriebenen möglichen Mechanismus handelt, aus dem sich noch keine gesicherte Gefährdungsaussage für den Menschen ableiten lässt.
Medizin & Forschung allgemein
Atemwegserkrankungen: Lage in Berlin laut RKI noch ruhig, Region Ost insgesamt im Anstieg
📅 2026-09-06 | 🔗 Quelle: news.de
Nach Daten des Robert Koch-Instituts für die Kalenderwoche 35/2026 ist die Atemwegserkrankungslage in Berlin selbst noch verhalten: Die 7-Tage-Inzidenz für Corona lag bei 0,5 Fällen pro 100.000 Einwohner bei 18 gemeldeten Neuinfektionen, bei Influenza wurden 10 neue Fälle registriert, die Inzidenz liegt bei 0,27, und bei RSV wurde für die Vorwoche kein neuer Fall gemeldet. Für die gesamte Großregion Ost, zu der Berlin zählt, verzeichnet das RKI dagegen einen spürbaren Anstieg: Die Zahl akuter Atemwegserkrankungen insgesamt stieg auf 4.800 Fälle pro 100.000 Einwohner (Vorwoche: 2.800), grippeähnliche Erkrankungen auf 600 Fälle pro 100.000 Einwohner (Vorwoche: 300). Grundlage der Zahlen sind freiwillige Selbstmeldungen von bundesweit 8.844 Teilnehmenden über das RKI-Portal GrippeWeb, davon 1.618 aus der Region Ost – es handelt sich damit um Selbstauskünfte, nicht um laborbestätigte Fälle.