EASD-Studie: Strengere Blutzuckerkontrolle bedeutet nicht automatisch mehr Lebensqualität
📅 2026-09-14 | 🔗 Quelle: Medical Xpress / EASD-Jahrestagung
Auf der Jahrestagung der European Association for the Study of Diabetes (EASD) in Mailand haben Forscher eine Auswertung vorgestellt, die dem verbreiteten Therapieziel einer möglichst engen Blutzuckereinstellung eine unerwartete Nuance hinzufügt. An der Untersuchung nahmen 400 Menschen mit Diabetes teil, 72 Prozent davon mit Typ 1, 28 Prozent mit Typ 2. Ausgewertet wurde, wie sich die Glukosewerte eines Tages auf die selbst berichtete Lebensqualität am Folgetag auswirkten. Dabei zeigte sich, dass Tage mit größeren Blutzuckerschwankungen, sofern die Werte im sicheren Bereich blieben, am Folgetag mit einer besseren Lebensqualität einhergingen als Tage mit besonders strenger Kontrolle. Stärker als die Enge der Glukoseziele sagten zwei ganz andere Faktoren die Lebensqualität voraus: die Schlafqualität der vorangegangenen Nacht und das berichtete Energieniveau. Die Autoren deuten den Befund dahingehend, dass eine übermäßig strikte Glukosekontrolle die Fähigkeit einschränken kann, alltägliche Aktivitäten unbeschwert und sicher auszuführen. Sie betonen zugleich, dass eine gute Blutzuckerkontrolle weiterhin wichtig bleibt und die Daten keine Abkehr von etablierten Therapiezielen nahelegen. Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, die in wesentlichen Teilen auf Selbstauskünften der Teilnehmer beruht, lässt sich aus den Ergebnissen kein Ursache-Wirkungs-Zusammenhang ableiten.
Hormonersatztherapie geht mit geringerem Demenzrisiko einher: Auswertung von 183.450 Frauen
📅 2026-09-14 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt
Eine Auswertung der University of Exeter Medical School deutet auf einen Zusammenhang zwischen Hormonersatztherapie und einem geringeren Demenzrisiko hin. Grundlage sind Daten von 183.450 postmenopausalen Frauen aus der britischen UK Biobank, die im Mittel 13,3 Jahre lang beobachtet wurden, zusammen mehr als 2,43 Millionen Personenjahre. In diesem Zeitraum wurden 3.948 Demenzfälle dokumentiert. Frauen, die eine Hormonersatztherapie erhalten hatten, erkrankten demnach seltener an einer Demenz als Frauen ohne eine solche Behandlung. Veröffentlicht wurde die Arbeit in der Fachzeitschrift Alzheimer's & Dementia. Eine separate, in JAMA Network Open erschienene Untersuchung legt zusätzlich nahe, dass auch das Alter beim Eintritt der Menopause für die kognitive Entwicklung eine Rolle spielt. Bei beiden Arbeiten handelt es sich um Beobachtungsstudien, die keinen ursächlichen Zusammenhang belegen; frühere Untersuchungen zu Hormonersatztherapie und Demenz waren in ihren Ergebnissen teils widersprüchlich. Bestätigen sich die Befunde in weiteren Studien, könnten sie individuelle Behandlungsentscheidungen in Gynäkologie und Neurologie beeinflussen.
Asthma in der Schwangerschaft: Große Studie findet keine erhöhten Risiken durch inhalative Steroide
📅 2026-09-14 | 🔗 Quelle: Deutsches Ärzteblatt
Schwangere mit Asthma können ihre Behandlung mit inhalativen Kortikosteroiden nach einer neuen populationsbezogenen Studie offenbar ohne erhöhtes Risiko fortsetzen. Die in JAMA Network Open veröffentlichte Untersuchung fand bei fortgeführter Therapie keinen Anstieg der befürchteten Komplikationen bei Mutter oder Kind. Weltweit sind zwischen 3 und 12 Prozent der Schwangeren von Asthma betroffen, rund ein Fünftel von ihnen erlebt während der Schwangerschaft eine Verschlechterung der Symptome. Die Global Initiative for Asthma empfiehlt bereits seit längerem, die Asthmatherapie in der Schwangerschaft fortzuführen, da inhalierte Kortikosteroide wegen ihrer geringen systemischen Aufnahme als sicher gelten. Die neuen Daten stützen diese Empfehlung nun mit einer deutlich größeren Fallzahl. Das Deutsche Ärzteblatt ordnet das Ergebnis zurückhaltend ein und formuliert die Sicherheitsaussage weiterhin als „vermutlich sicher“, eine abschließende Bewertung steht also aus.